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7. September 2022
Herbert W. Franke am 14. Mai 2022 in seiner letzten Ausstellung „VISIONÄR“ im Francisco Carolinum Linz. Foto: FC Linz

Herbert W. Franke, Physiker und Kunsttheoretiker, Mathematiker und Computerkünstler, Höhlenforscher und Science-Fiction-Autor starb am 16. Juli 2022 im Alter von 95 Jahren. Ihm zu Ehren haben die wichtigsten internationalen Kryptokünstler wie Kevin Abosh, Justin Aversano,  Mario Klingemann oder Jan Robert Leeghte und Casey Reas gemeinsam mit Anika Meier, eine der weltweit bekanntesten Kuratoren und Kryptokunst-Experten, ein Tribute-Projekt ins Leben gerufen. Es soll die Bedeutung von Frankes Lebenswerk für diese moderne Kunstform zeigen.  Alle Künstler spenden einen Teil der Krypto-Erlöse des Tribute to Herbert W. Franke an die art meets science – Stiftung Herbert W. Franke, deren Gründung seine Ehefrau Susanne Päch noch gemeinsam mit Franke auf den Weg brachte.

Neben Kryptokünstlern nehmen auch die wichtigsten Pioniere der algorithmischen Kunst am Tribute teil, mit denen Herbert W. Franke jahrzehntelang in freundschaftlicher Verbindung stand.  Sie kommen zuerst einmal aus der Computerkunst wie Vera Molnar, Frieder Nake oder Tom Mikulic. Doch Franke war ein Verfechter des Gedankens, dass algorithmische Kunst zuerst einmal ein rationales Gestaltungsprinzip ist, das nicht notwendigerweise den Einsatz eines Computers erfordert, auch wenn dieses Instrument – Franke nannte es gern die „universale Kunstmaschine“ – für seine eigene, aus der Wissenschaft hervorgegangene Arbeitsweise schnell das Werkzeug der Wahl geworden war. So zählen zu Frankes Freunden aus der Kunstszene auch Pioniere der Generativen Fotografie wie Gottfried Jäger, Karl Martin Holzhäuser oder Hein Gravenhorst und ebenso Pioniere der Konkreten Kunst wie Edgar Knoop und Josef Linschinger, die ursprünglich nicht mit dem Computer arbeiteten. Etliche dieser Freunde sind jedoch später – auch durch den Einfluss ihres Freundes – dazu gekommen, den Computer als Hilfsmittel für eigene Arbeiten zu entdecken.  Zum Kreis dieser „Franke & Friends“ gehört schließlich der Grafiker Thomas Franke, nur zufällig namensgleich. Er hat bereits in den siebziger und achtziger Jahren Cover von Frankes Science-Fiction-Büchern im Suhrkamp-Verlag entworfen und gestaltet heute sämtliche Titel der entstehenden SF-Werkausgabe von Franke, die noch im September mit zwei neuen Bänden erweitert wird.

Diese Pioniere der Kunstwelt werden ein neues oder auch ein historisches Werk der entstehenden Stiftungs-Sammlung „Franke & Friends“ spenden, also physische Werke, die künftig in Ausstellungen auch öffentlich zugänglich gemacht werden.

Anfang Oktober werden alle teilnehmenden Künstler mit ihren Werken auf der Webseite des Tribute öffentlich vorgestellt. Die digitalen Werke der Kryptokünstler werden dann auf unterschiedlichen Plattformen an mehreren Terminen im Oktober angeboten.