Rechnersysteme

Die Bilder der Werkgruppe Farbraster – heute weitgehend in der Sammlung Herbert W. Franke in der Kunsthalle Bremen – entstanden mit dem sogenannten Sicograph, eine Anlage, die 1974 von der Firma Siemens in Erlangen für den medizinischen Einsatz entwickelt wurde. Es handelte sich um einen der ersten Szintigraphen, mit dem Röntgenbilder dank digitaler Bildauswertung in Farbe umgesetzt und optimiert sowie zuletzt in Farbe ausgedruckt werden konnten.

Für die Eingabe wurde jedoch kein Röntgenbild eingesetzt, sondern das Bild eines Zufallsmusters, das zuerst über eine Lochkarte ins System eingelesen werden musste. Dieses Zufallsmuster konnte dann mit unterschiedlichen Prozessen der Bildverarbeitung verfremdet werden, darunter mit der Glättung von Konturen, mit der Zusammenfassung vertreuter Punkte zu Feldern oder der Reduktion von Farben. Die Veränderungen konnten in Echtzeit auf einem Monitor verfolgt werden. Als Ausgabegerät diente ein Vorläufer heutiger Inkjet-Plotter, mit dem sich flüssige Farben aus Patronen auf Papier auftragen ließen. Die Farbflüssigkeit wurde durch Düsen gepresst und trat in Form feiner Strahlen aus, deren Intensität durch Hochspannung moduliert wurde. Das Papierblatt wurde über eine rotierende Trommel gespannt, die der Düsenaufsatz in 90 Sekunden punkt- und zeilenweise abtastete. Die besondere Farbstimmung entstand, da der Plotter nur mit den drei Grundfarben rot, grün, blau konnte, aber keine schwarze Farbpatrone hatte. Das System Bildspeicher N stand damals im Siemens-Entwicklungslabor in Erlangen.

Hier geht es zur anderen Serie der Rechnersysteme:

Pseudokristalle