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Die EDITION HERBERT W. FRANKE ist da!

+++ Band 1: Kunst und Konstruktion /Art and Construction
+++ Band 2: Computergrafik – Computerkunst / Computer Graphics – Computer Art
+++ mit ergänzenden, erstmals englisch übersetzten Artikeln von Franke aus der Manuskript-Datenbank beim ZKM
+++ die wissenschaftliche Kommentierungen, unter anderem von Margit Rosen und Grant D. Taylor

Jeder Band der Edition besteht aus dem Hauptwerk Frankes, das ergänzt wird durch etwa 10 Artikel von Franke, eine ins Englische übersetzte Auswahl seiner 2000 Manuskripte, die heute schon in deutscher Sprache im ZKM-Archiv des ZKM online veröffentlicht sind. Sie zeigen seine Sicht zu einem speziellen Aspekt im Buch, seine sich im Lauf der Jahrzehnte entwickelnden Gedanken dazu und stellt direkte Bezüge zu den anderen Werken in der Edition dar. Mindestens zwei Autoren kommentieren das Buch und seinen Autor als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Kunst aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachrichtungen. Die ergänzenden Artikel wie die wissenschaftlichen Beiträge sind nur in Englisch abgedruckt, während der Text des Originalbuches zweisprachig zu finden ist. Alle Bände sind reich bebildert, wobei von der Herausgeberin Susanne Päch versucht wurde, so weit wie möglich auf das originale Bildmaterial zurückzugreifen.

Die Kunsthistorikern Margit Rosen, Leiterin der Abteilung Wissen – Sammlung, Archive & Forschung im ZKM, untersucht in Ihrem Beitrag die Bedeutung des über die Jahrzehnte weitgehend in Vergessenheit geradenen Buches „Kunst und Konstruktion“. Aus ihrer Sicht war es 1957 ein Pionierwerk moderner kunsttheoretischer Überlegungen. Rosen zeigt Frankes Rolle aber auch in Bezug auf die heutigen Kunstströmungen. Sie meint: „Franke’s assertion of the artistic substance of technology acquires a prophetic resonance“ und erläutert dessen Sicht, dass das analytische Denken nicht nur für die Produktion, sondern ebenso für die Rezeption von Kunst relevant sei. Das führte Franke nur wenig später zu seinen informations- und wahrnehmungstheoretischen Überlegungen eines rationalen Kuntmodells, das mit Phänomen Kunst – künftig ebenfalls Teil dieser Edition – erstmals 1967 veröffentlicht wurde.

Im zweiten Beitrag des Bandes befasst sich der Quantenphysiker und Computerkünster Eric de Giuli vor allem mit den von Franke im Buch vorgestellten ästhetischen Gesetzmäßigkeiten, die Franke mit eigenen künstlerischen Werken auch mathematisch detailliert herleitet: “In Art and Construction, Franke worked with minimalist compositions derived from transparent processes … so the aesthetic effect could be traced back to their laws. This led him to his key concept: continuity.” Später setze Franke dieses Prinzip der Kontinuität in der Ästhetik dem der Symmetrie gleich, und vermutete, dass sie jedoch aufgrund ihrer mathematischen Komplexität nicht so bekannt geworden ist.

Der Medienkunsthistoriker Grand D. Taylor beschreibt das Buch in seinem Beitrag als „a groundbreaking achievement, a pioneering survey, and a lasting testament to the creative possibilities of emerging technologies“. Taylor betont den bleibenden Charakter der Veröffentlichung, idas bis heute für die generative Kunst relevant geblieben ist, wenn er schreibt: „Franke’s vision has significantly contributed to the definition of the field, and his legacy continues to influence our comprehension of the dynamic interplay among the realms of art, science, and technology.“ Der Informatiker Martin Warnke wirft einen Blick in die Zeit der Entstehung des Buches, in der Computerkünstler im konventionellen Kunstbetrieb kein Interesse fanden, und contextualisiert dabei auch die Bedeutung des Buches in der aktuellen Landschaft: „Franke’s theories and observations from that time could provide explanatory approaches for today.“