Zum Inhalt springen
Startseite » EDITION HERBERT W. FRANKE – bald da!

EDITION HERBERT W. FRANKE – bald da!

+++ Band 1: Kunst und Konstruktion /Art and Construction
+++ Band 2: Computergrafik – Computerkunst / Computer Graphics – Computer Art
+++ mit ergänzenden, erstmals englisch übersetzten Artikeln von Franke aus der Manuskript-Datenbank beim ZKM
+++ die wissenschaftliche Kommentierungen, unter anderem von Margit Rosen und Grant D. Taylor

Jeder Band der Edition besteht aus dem Hauptwerk Frankes, das durch etwa 10 Artikel von Franke, ins Englische übersetzt, ergänzt wird. Sie gehören zu den 2000 Manuskripten, die heute schon in deutscher Sprache im ZKM-Archiv online veröffentlicht sind. Sie zeigen Frankes Sicht zu speziellen Aspekten der jeweiligen Ausgabe und stellen direkte Bezüge zu den anderen Werken der Edition her. Mindestens zwei Autoren aus der Forschung kommentieren die Bände und seinen Autor als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Kunst aus unterschiedlichen Perspektiven. Diese wissenschaftlichen Beiträge wie die ergänzenden Artikel erscheinen nur in Englisch, während der Haupttext des Originalbuches zweisprachig veröffentlicht wird. Alle Bände sind reich bebildert, wobei die Herausgeberin Susanne Päch so weit wie möglich auf das originale Bildmaterial zurückzugriffen hat. Die ersten beiden Bände sind nun angekündigt, der finale Veröffentlichungstermin im Frühjahr 2027 steht noch nicht fest.

Die Kunsthistorikern Margit Rosen, Leiterin der Abteilung Wissen – Sammlung, Archive & Forschung im ZKM, untersucht in Ihrem Beitrag die Bedeutung des über die Jahrzehnte weitgehend in Vergessenheit geradenen Buches „Kunst und Konstruktion“. Aus ihrer Sicht war es 1957 ein Pionierwerk moderner kunsttheoretischer Überlegungen. Rosen zeigt Frankes Rolle aber auch in Bezug auf die heutigen Kunstströmungen. Sie meint: „At a time when algorithmic processes and artificial intelligence seem to redefine our understanding of creativity, Franke’s assertion of the ‚artistic substance of technology‘ acquires a prophetic resonance.“ Rosen erläutert dessen Sicht, dass das analytische Denken nicht nur für die Produktion, sondern ebenso für die Rezeption von Kunst relevant sei. Das führte Franke nur wenig später zu seinen informations- und wahrnehmungstheoretischen Überlegungen eines rationalen Kuntmodells, das mit Phänomen Kunst – künftig ebenfalls Teil dieser Edition – erstmals 1967 veröffentlicht wurde.

Im zweiten wissenschaftlichen Beitrag des Bandes konzentriert sich der Quantenphysiker und Computerkünstler Eric de Giuli in erster Linie auf die Ableitung der mathematischen ästhetischen Gesetze, die Franke, selbst promovierter theoretischer Physiker, in seinem Buch vorgestellt. “In Art and Construction, Franke worked with minimalist compositions derived from transparent processes … so the aesthetic effect could be traced back to their laws. This led him to his key concept: continuity.” Später setze Franke die Kontinuität in der Ästhetik dem der Symmetrie gleich, und vermutete, dass Kontinulität, also das Gestaltungsprinzip glatter Kurven, jedoch aufgrund ihrer mathematischen Komplexität nicht so bekannt geworden ist.

Der Medienkunsthistoriker Grand D. Taylor beschreibt das Buch in seinem Beitrag als „a groundbreaking achievement, a pioneering survey, and a lasting testament to the creative possibilities of emerging technologies“. Taylor betont den bleibenden Charakter von Computergrafik – Computerkunst, idas bis heute für die generative Kunst relevant geblieben ist, wenn er schreibt: „Over the decades, it has been included in all primary selected bibliographies, firmly establishing its canonical status. However, its significance goes beyond its role as a foundational reference. … Franke’s vision has significantly contributed to the definition of the field, and his legacy continues to influence our comprehension of the dynamic interplay among the realms of art, science, and technology.“

Im zweiten wissenschaftlichen Beitrag sagt der Informatiker Martin Warnke über Frankes Buch: „It was the first comprehensive monograph on the subject at a time when artistic practices and theoretical work on art with and from the computer were just beginning.“ Warnke wirft einen Blick in die Zeit der Entstehung von Computergrafik – Computerkunst, in der Künstler, die mit den gerade erst aufgekommenen technischen Methoden der Computergrafik arbeiteten, im konventionellen Kunstbetrieb kein Interesse fanden. Dabei contextualisiert er auch die Bedeutung des Buches in der aktuellen Landschaft: „Franke’s theories and observations from that time could provide explanatory approaches for today.“