







Serien Rotationsplatte, Fischertechnik und Spirograph (1957-1974)
Die drei Motive Rotationsplatte aus dem Jahr 1957 sind auf Papier gemalt, das auf einer Pressspanplatte aufgezogen ist. Es wurde darauf von Franke mit Hand gezeichnet, während es auf einem Schallplattenspieler rotierte. Die Anregung zu dieser Methode kam von dem Dokumentarfilmer Rolf Engler, in dessen Schlösschen in Kreuzpullach Franke mehrere Jahre lebte. Allerdings setzte er den Plattenspieler ganz anders als Engler ein, der mit verschiedenen Ölfarben auf dem rotierenden Papier malte. Franke übernahm diese Idee, um dann aber analytisch-generativ vorzugehen: mit einem Kohlestift zeichnete er kleine Striche auf das rotierende Papier, was zu den typischen Spiralstrukturen führte.



In den sechziger Jahren befasste sich Franke intensiv mit der Generierung ornamentaler Strukturen und der Frage, wie sie maschinell produzierbar sind. Die Geschichte solcher Maschinen reicht zwei Jahrhunderte zurück, in eine Zeit, in der die sogenannten Guillochier-Maschinen aufkamen: Ein System von aneinander abrollender Zahnräder führte dabei einen Stift über eine ebene Unterlage, so dass eine ornamentale Form einander überschneidender Linien entstand. Solche Guillochier-Zeichnungen – allerdings mit Computern hergestellt – findet man auch heute noch auf Banknoten und Wertpapieren. Franke hat sich mit der Erzeugung solcher „Linienscharen“ nicht nur mathematisch-theoretisch befasst und mit kommerziellen Ornamentographen wie dem Spirographen experimentiert, sondern seitden 1960er Jahren auch solche Zeichenmaschinen Marke Eigenbau konstruiert. Für das apparative Zeichnen von Koppelkurven mit einem elektrisch betriebenen Steuerungsapparat hat Franke mehrere Plottermodelle gebaut. Mit dem Unternehmensgründer und Erfinder des berühmten Fischer-Dübels, Arthur Fischer, war Franke seit dieser Zeit freundschaftlich verbunden.







Unten zu sehen: Bildmotive mit einer manuell einfach bedienbaren Fischertechnik-Platte. Die zugehörige Koppelungskurben-Platte aus Fischertechnik-Bausteinen ist oben rechts zu sehen. Für Fischer, der auch das Baustein-System Fischertechnik als Spielzeug für jugendliche Ingenieure entwickelt hatte, das bis heute sogar in Universitäten für Konstruktionsmodelle eingesetzt wird, schrieb Herbert W. Franke unter anderem das Buch „Kleine Erfinder – große Erfindungen“. Frankes sehnlicher Wunsch, mit Fischertechnik einen Plotter auf den Markt zu bringen, ging jedoch nicht in Erfüllung. Obwohl der Firmengründer selbst dem Gedanken positiv gegenüberstand, scheiterte das Projekt an den Verantwortlichen im Marketing. Sie hielten so ein Projekt für wenig erfolgversprechend …




