Eine immersiv umgesetzte SF-Story von Herbert W. Franke für Planetarien
Die von dem vielfach ausgezeichneten Multimedia-Künstler Sergey Prokofyev als Regisseur umgesetzte Produktion A Leap into the Void, eine SF-Geschichte von Herbert W. Franke, wird ihre Weltpremiere am 19. Juni diesen Jahres beim Fulldome Festival im Planetarium des Science Museum im japanischen Fukuoka haben. Ein erster Preview-Ausschnitt wurde bereits im April auf dem bedeutendsten amerikanischen Fulldome-Festival, dem Dome Fest West, gezeigt. Der von der Stiftung Herbert W. Franke zusammen mit der mce mediacomeurope GmbH produzierte immersive Kurzfilm basiert auf der Lesung von Frankes SF-Kurzgeschichte Sprung ins Nichts in einer Übersetzung von Stephen Lyle und erzählt von Eric G. Ash.



Auf dem dieses Jahr direkt an das Fulldome Festival in Fukuoka anschließenden, alle zwei Jare stattfindenden Weltkongress der International Planetarium Society, kurz IPS, hat die Stiftung Herbert W. Franke die große Ehre, in der Session Content Production and Technology einen Kurzvortrag zu halten. Susanne Päch stellt dort neben A Leap into the Void auch die beiden anderen Produktionen mit Lesungen von Frankes Geschichten vor, ein SF-Triptychon, in dem sich der Physiker Herbert W. Franke, längst ein SF-Klassiker, mit den großen Fragen der Menschheit auseinandersetzt: Gibt es einen Schöpfer? Und hat die Entwicklung des Kosmos ein Ziel? In A Leap into the Void steht Frederik, der Protagonist der Handlung, in einem inneren Konflikt. Ein Prophet ermutigt eine Gruppe von Menschen, in einen nebelverhangenen Abgrund zu springen. Seine Botschaft: „Ihr werdet fliegen! Ihr müsst nur daran glauben!“ Doch Frederik will nicht springen, ehe dann das Geheimnis seiner Existenz in einer dramatischen Wendung gelüftet wird. In The Green Comet, Titelgeschichte der gleichnamigen Anthologie, stellt der Autor den Weltenschöpfer als multidimensionales abstraktes Prinzip vor. Und in The Evolution Game zeigt Franke ein göttlichs Wesen, das man als eine Art Weltenprogrammierer bezeichnen könnte.

Diese drei Science-Fiction-Geschichten stehen in engem Zusammenhang mit Frankes naturwissenschaftlich geprägter Weltvorstellung. In seinem 1995 bei Insel erschienen Fachbuch Das P-Prinzip. Die Naturgesetze im Rechnenden Raum stellt der promovierte theoretische Physiker seine Überlegungen zu einem „programmierten“ Universum analog einem zellularen Automaten vor. Das Buch basiert auf den damals neuesten Forschungsergebnissen zu Emergenz, Synergetik, Chaostheorie, Systemtheorie und Kosmologie. Chaos und Ordnung sind für Franke in eine übergeordnete Struktur einbettet, in der sich das Universum in zunehmender Komplexität bis zur Entstehung von Leben und Intelligenz entwickelt. Das Buch wird in der Edition Herbert W. Franke erscheinen, die derzeit von der Stiftung mit dem Deutschen Kunstverlag aus der DeGruyter Brill-Gruppe umgesetzt wird.


