







Serie Picture Processing
Das ehemalige System DIBIAS des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt diente der Satellitenbildauswertung. Es arbeitete unter anderem mit den neuesten Methoden des Picture Processing. Herbert W. Franke hatte über viele Jahre die Gelegenheit, das System zusammen mit dem Physiker und Programmierer Horst Helbig, Mitarbeiter am Institut für Nachrichtentechnik, für kreative Zwecke zu nutzen. So entstand das Mammut-Projekt Math Art. Mit dem Begriff werden heute die Resultate einer langjährigen Versuchsreihe zusammengefasst, die daraus hervorgingen. Dabei ging es in erster Linie um den Einsatz mathematischer Methoden, die aber nicht für wissenschaftliche, sondern für ästhetische Zwecke entwickelt und benutzt wurden. Allerdings nutzte Franke die hier gewonnenen Erkenntnisse über die ästhetische Dimension mathematischer Formeln und Bereiche von der Algebra über die Logik bis zur Stochastik auch für freiere künstlerische Gestasltungen. Dabei experimentierte er auch mit den neuesten Methoden des Picture Processing, die er erstmals 193 in seiner ikonischen Serie Einstein Digital einsetzte. Es entstanden Serien mit Mona Lisa, David Bowie, Anton Bruckner sowie einem Elefanten.
Allerdings hat Franke das System in der nur wenige Motive umfassenden Serie Picture Processing auch für die Bildverarbeitung von einigen Portraits verwendet – ähnlich der ikonischenn Serie Einstein aus dem Jahr 1973. So wurde für die Ars Electronica 1979 das Portrait von Anton Bruckner verfremdet, 1986 die Mona Lisa sowie David Bowie. Hinzu kommt eine Mini-Serie eines Elefanten (1983). Diese kleine Serie animierte Franke zu seiner Kurzgeschichte Der blaue Elefant, in der in einer vielleicht nicht allzu fernden Zukunft ein Gremium mit bedeutenden Kunstexperten zusammenkommt, um den Gewinner eines Kunstpreises zu ermitteln.



Mit dem Begriff Math Art werden die Resultate einer langjährigen Versuchsreihe zusammengefasst, die Herbert W. Franke ab 1980 gemeinsam mit dem Physiker und Programmierer Horst Helbig durchgeführt hat. Das Hauptziel des insgesamt 15 Jahre währenden Projektes (1980-1995) war die Untersuchung zahlreicher mathematischer Disziplinen im Hinblick auf ihre ästhetische Dimension und die Visualisierung komplexer mathematischer Zusammenhänge von algebraischen Formeln bis zu stochastischen Zusammenhängen. Im Laufe der Arbeiten wurde nicht nur die ästhetische Dimension von Formeln und Funktionen ausgelotet, sondern es entstand dabei auch eine ganze Reihe neuer graphischer Routinen, die der Software DIBIAS (für Digitales Bildauswertungssystem) als fester Bestandteil eingegliedert wurden, darunter Darstellungen in 2D und 3D sowie die Weiterverarbeitung mit den Methoden der Bildtransformation (picture processing). Das Herzstück des Computers war ein Comtal Image Processing System und Software DIBIAS (Digitales Bildauswertesystem) mit einer Auflösung bis zu 2048 x 2048 Pixeln und ca. 16 Millionen Farben.

