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Weltmodelle Wissenschaft/Kunst

Kooperation mit dem Technischen Museum Wien

„Die Stiftung Herbert W. Franke hat mit dem Technischen Museum Wien mit Österreichischer Mediathek eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Software Archive & Collection, das im Forschungsinstitut des Museums angesiedelt ist, einen Teil von Frankes digitalen Computerprogrammen langfristig zu erhalten und der Öffentlichkeit online und offline in der Ausstellung zugänglich zu machen.“
Technisches Museum Wien

Das Projekt startet mit dem Programmpaket der zellularen Automaten, das wir zum 100. Geburstag von herbert W. Franke öffentlich zugänglich machen werden. Diese zwischen Kunst und Wissenschaft angesiedelten Experimente stehen in direktem Zusammenhang mit dem Buch Das P-Prinzip aus dem Jahr 1995. Es ist eine seiner wichtigsten Veröffentlichungen, das sein umfassendes naturphilosophisches Weltverständnis widerspiegelt. Das Werk soll 2027 erstmals in englischer Übersetzung als Teil der Edition Herbert W. Franke erscheinen.

Franke, promovierter theoretischer Physiker, war überzeugt, dass die Welt nichts anderes als pure Mathematik ist – als das algorithmisch definierte Zusammenspiel von durch Gesetze strukturierter Ordnung mit echten Zufallsprozessen in der Quantenwelt. Diese Prozesse hielt er für den evolutionären Innovationsmotor in einer nicht-deterministischen Welt. Insofern war der über den Naturgesetzen liegende Code, der das Zusammenspiel beider Welten auf dem Weg zu höherer Komplexität regelt, für Franke der Schlüssel zum Verständnis der kosmischen Evolution bis hin zur menschlichen Intelligenz. Erst dieser übergeordnete Code verbindet für Franke die Anfangsbedingungen und die im Universum herrschenden Naturgesetze mit den quantenphysikalischen, nicht-deterministischen, also „echten“ Zufallsprozessen zu einem umfassenden Gesamtsystem. Aus seiner Sicht war die Zukunft daher nicht vorherbestimmt. Seine Experimente zeigen, wie ein Universum ohne Zufallsprozesse zur Erstarrung, also dem Kältetod führt, während echte Zufallsprozesse – entweder am Anfang oder während des Progresses – ein sich vielleicht sogar bis ins Unendliche entwickelnde Universum ermöglicht.

Zur Untersuchung dieses Weltverständnisses nutzte der Wissenschaftler Franke zellulare Automaten als einfaches, kreatives Experimentierfeld variierender physikalsiche Vorgänge in d Evolutionsmodellen, deren Naturgesetze er spielerisch überschreiten wollte. Dabei hat der Künsdtler Franke stets auch den rein ästhetischen Aspekt – beispielsweise durch die Farbwahl – mitgedacht.

Deterministisches Modell mit 1 Anfangs-Element ohne Zufallsprozesse
Modell mit 16 Anfangs-Elementen ohne Zufallsprozesse
Deterministisches Modell mit 13 Anfangs-Elementen ohne Zufallsprozesse
3 Weltmodelle mit unterschiedlichem, laufend eingestreuten Zufall

Die zellularen Automaten sind heute in der generativen Kunst ein vielgenutztes Codierungs-Medium. Die Stiftung freut sich mit Susanne Päch deshalb sehr, dass das Technische Museum Wien (TMW) mit dem Software Archive & Collectionnun die Programme der zellularen Automaten in diesem Kooperationsprojekt auch als historisch frühes Beispiel dieser kreativen Anwendung nun der breiten Öffentlichkeit wieder zugänglich machen möchte: „Ich danke dem TMW, seinem Generaldirektor Peter Aufreiter sowie dem ganzen Team des Forschungsinstituts für das Interesse und die aktive Zusammenarbeit bei der Erschließung dieser Programme.“